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Form und Leere
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Das »Thema« in so ziemlich allen Zen-Dialogen ist ja die Erfahrung der »Leerheit«.
Die Beschäftigung mit diesen Gedanken führt leicht dazu,
dass das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen »Leere« und »Form« verloren geht.
Auch der Erwachte lebt ja in der Form, wenn er sich nicht jeglicher Kultur und Zivilisation entledigt.
Sprache ist Form, sich anziehen ist Form, Brötchen kaufen ist Form.
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Unsere gesamte Kultur und Zivilisation ist Form, und daran ändert sich auch nichts für den,
der zum Bewusstsein der Leerheit aller Dinge erwacht ist.
Solange Leere und Form als Gegensatzpaare aufgefasst werden,
besteht die Gefahr das Bewusstsein dafür zu verlieren, dass Form immer ist.
Der Schlachtruf vieler Buddhisten »kill your concepts« ist ja ziemlich unsinnig,
denn eine solche Aussage ist ja auch ein Konzept, und wer schreibt »du sollst keine Begriffe gebrauchen«
gebraucht Begriffe, denn das Wort Begriff ist ein Begriff.
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Wir können uns nicht ohne Konzepte und ohne Begriffe in unserer Kultur und Zivilisation bewegen,
also sollten wir auch nicht versuchen, etwas anderes durch eine besondere Ausdrucksform zu demonstrieren.
Etwas ganz anderes ist es, wenn ein Zen-Meister einem Praktizierenden zu einer Einsicht zu verhelfen sucht.
Aber, das Chan der Meister gehört in den Tempel und nicht auf die Straße.
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Die Praxis des Zen darf nicht dazu verführen, den Gedanken der Leerheit anzuhaften.
Dies ist genau so falsch wie den Gedanken der Form anzuhaften. Immer wieder muss uns klar sein,
dass auch »Leere« und »Form« nichts weiter als Begriffe und Konzepte sind.
Stets müssen wir uns bewusst sein, dass der Geist Materie ist,
die als Geist erscheint und Materie Geist ist, der als Materie erscheint.
Sich dessen bewusst zu sein ist meinem Erachten nach für die Zen-Praxis zentral,
auch wenn dieser Satz nicht von Buddha, sondern von dem Physiker Heisenberg stammt.
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Das Schöne, Gute und Wahre
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Das Glück, das wir suchen, ist das Schöne, Gute und Wahre im Leben.
Und das finden wir nirgendwo da »draußen« und auch nicht »in« uns.
Wir können es nur sein.
Oder auch nicht.
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Es ist bedeutsam zu erkennen, dass es das Schöne,
Gute und Wahre als solches nicht gibt, nichts kann an sich schön,
gut oder wahr sein, denn das wird es nur im Bewusstsein des Betrachters.
Und auch unser Handeln ist weder gut, noch schön, noch wahr,
sondern es wird es nur in unserem Bewusstsein.
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Und genau darum geht es, genau dies gilt es zu erkennen,
und dann ist es nicht mehr beliebig, ob wir nach dem Ideal des Schönen,
Guten und Wahren im Leben streben, denn dann wird es zu einer inneren Notwendigkeit.
Doch um diesen letzten Schritt gehen zu können,
müssen wir uns ganz aus unseren Vorstellungen,
auch von Ethik, von Richtig oder Falsch und aus jeglichem Wollen und jegliche Absicht lösen.
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Diesen letzten Schritt können wir nicht verstehen und niemandem erklären,
es ist eine tiefe Einsicht in das Wesen des Kosmos,
die nur in der vollkommenen Versenkung in den Geist erfahren werden kann.
Aber damit sind wir nicht allein gelassen.
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Schon immer haben uns die Weisen dieser Welt die Wege gezeigt,
die es zu gehen gilt, Wege, die die unterschiedlichsten Namen haben,
aber nicht beliebig sind: Weg der Bewusstheit, Weg des Erwachens,
Weg der Meisterschaft, Weg der Vollendung.
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Allen diesen Wegen ist gemein,
dass sie über Selbsterforschung hinaus gehen
und nach dem nicht erreichbaren Ideal streben.
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Erfahrungen
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Zen wird sich dem nicht erschließen, der ihm mit und aus dem Verständnis des Üblichen und Normalen heraus begegnet.
Nur wer bereit ist, sich aus seinen tradierten Vorstellungen von der Welt
und damit auch aus den tradierten Vorstellungen über sich selbst vollkommen zu lösen,
der kann in die Gedanken des Zen vordringen.
Dabei geht es keinesfalls darum, etwas zu glauben,
sondern allein, sich auf eine vollkommen andere Art des Denkens einzulassen,
um so die Gedanken und Vorstellungen des Zen im eigenen Handeln zu erfahren und zu verifizieren.
Zen und alles, was darauf aufbaut, lässt sich nicht erklären, sondern nur erfahren.
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Weg der Freiheit
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Zen ist weder besonders, noch spektakulär, noch esoterisch,
noch verlangt es etwas zu glauben und im Grunde ist Zen nicht einmal spirituell,
weil es keine spirituelle Tradition gibt.
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Zen fordert uns letzten Endes nur auf, die Dinge auf zutreffende Art und Weise zu betrachten.
Auch wenn es dazu eine gehörige Portion Disziplin braucht,
ist jeder in seinem Denken und Handeln frei und ungebundenen.
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Damit erfüllte Zen, zumindest für mich, einige wesentliche Kriterien:
Es lässt mich die Gesetzmäßigkeiten einer eigenen Existenz erkennen und erfahren,
es hilft mir, auf richtige und angemessene Weise zu denken
und zu handeln und so meine ganzen Potenziale entfalten zu können,
ohne dass ich etwas glauben oder bestimmte Handlungen vollziehen müsste.
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Allein durch Reflexion, Kontemplation, Sammlung und eine meditative Haltung im Leben.
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© Peter D. Zettel
Zheng Zhi Chan-ju
www.zettel.net
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Ganz bei sich sein
Warum wir so dringend Stille und Reflexion brauchen.
Dass wir in unserem Leben eingebunden sind in ein Netz von Beziehungen
verstellt leicht den Blick auf die Notwendigkeit des Alleinseinkönnens,
die Notwendigkeit der Stille, der Abgeschiedenheit und der geistigen Reflexion.
Ohne die Gelegenheit und ohne die Fähigkeit, »in uns zu gehen«
und von Zeit zu Zeit ganz und ganz bei uns selbst zu sein,
können wir kein starkes Selbst entwickeln.
Die Fähigkeit zur inneren Stille ist die notwendige Voraussetzung für Selbsterkenntnis
und Selbstregulierung, seelisches Wachstum und Ausgeglichenheit.
Ein Mangel an innerer Stille lässt uns die Balance verlieren
und macht uns auf Dauer unzufrieden, unglücklich und krank.
Viele Menschen sind in einem alltäglichen Kreislauf regelrecht gefangen.
Weil sie keine Zeit mehr für sich haben, kommen sie nicht mehr dazu,
sich mit sich selbst auseinander zu setzen, was zur Erschöpfung,
Stress, Anstrengung und damit zu einem noch größeren Zeitmangel führt.
Das stetige Bedürfnis vieler Menschen beschäftigt zu sein
und der Langeweile zu entfliehen, die Sucht nach Zerstreuung
und Ablenkung ist eine Form der Entfremdung,
paradoxerweise genauso wie die des völligen Nichtstuns,
des Träumens und des Sich-treiben-Lassen, sie beruht darauf,
dass die Menschen nicht mehr bei sich selbst sein und mit sich selbst alleine sein können.
Damit einher geht ein Mangel an Selbstreflexion
und die fehlende Auseinandersetzung mit den eigenen Wahrnehmungen und Empfindungen.
Statt sich in Geschäftigkeit und der rastlosen Suche nach Ablenkung zu stürzen
ist es unverzichtbar, in der Stille und der Selbstreflexion (wieder) zu sich selbst und zur inneren Ruhe zu finden.
Peter D. Zettel
Zheng Zhi Chan-ju
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Vita / Peter D. Zettel
Studium der Rechtswissenschaft,
15 Jahre Anwalt in eigener Kanzlei mit den Schwerpunkten Familienrecht und Beratung von Unternehmen
Erfahrung in der Politik (Fraktionsvorsitz im Stadtrat, Kreisrat), im Vorstand und als Vorsitzender einer karitativen Organisation
Persönlichkeits-und Mentaltraining-Ausbildung bei Horst Vogel
Coachingausbildung (NLP Master) bei Axel A. Kress
Mediationsausbildung bei Prof. Proksch
Fortbildungen in Projektmanagement,
Verhaltenspsychologie, Kommunikation, Interaktion und Führung
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Systemdynamische Ausbildung bei Dr. Ilse Kutschera
Einführung in Meditation durch Soami Divyanand
Unterweisung in das transzendentale Bewusstsein durch Charya Rothweiler
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Seit 1990 Zen-Praxis und Entwicklung des Zen-Dao und des Zen- Dialogs,
Anerkennung als Meister des Chan durch Shi Xue Feng
Ehrenmitglied in die Dao Jun Gemeinschaft
Mitglied der Dingshan Gemeinschaft
Autor mehrerer Bücher
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Leiter des Ding-Shan Zentrums »Innere Stille« in Nürnberg
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